ISSN: 2155-6148
Shagun Bhatia Shah
Problemstellung: Es ist alarmierend, dass 28 % aller anästhesiebedingten Todesfälle auf Situationen zurückzuführen sind, in denen eine Intubation oder Beatmung nicht möglich ist (CICV). Der wichtigste Schritt zur Vermeidung von CICV besteht darin, mögliche Probleme mit der Sauerstoffversorgung und Beatmung zu erkennen und die Atemwege offen zu halten. Die Diagnose wird durch eine Atemwegsuntersuchung gestellt. Die Behandlung erfolgt durch einen Atemwegsplan. Die Erwartung eines schwierigen Atemwegs ist kein Wettlauf gegen die Zeit. Wir müssen lernen, wie wir innehalten, planen, uns vorbereiten und erfolgreich vorgehen.
Methodik: Hier werden neun zentrale Aspekte der Atemwegsbeurteilung behandelt und mit Bildern realer klinischer Situationen illustriert: 1. Gab es in der Vergangenheit Atemwegsprobleme? 2. Gab es eine veränderte kardiorespiratorische Physiologie? 3. Hatte der chirurgische Eingriff Auswirkungen auf die Atemwege? 4. Schwierigkeiten bei der Beatmung mit Beatmungsbeutel? 5. Schwierigkeiten beim Anlegen eines SAD? 6. Schwierigkeiten bei der Intubation? 7. Infraglottische Atemwegsprobleme? 8. Aspirationsgefahr? 9. Wie einfach ist eine sichere Extubation? Der Nutzen der Ultraschalluntersuchung bei der Atemwegsbeurteilung wird diskutiert. Wir werden sehen, dass die fiberoptische Bronchoskopie (FOB) zwar der Goldstandard ist, aber keine pauschale Lösung für alle schwierigen Atemwege darstellt. Fallbeispiele, in denen potenzielle CICV-Situationen mit retrograder Intubation im Wachzustand, Videolaryngoskopie und elektiver Tracheostomie bewältigt wurden, werden beschrieben. Schwierige Atemwege an abgelegenen Orten und der Vortex-Ansatz werden ebenfalls behandelt.