ISSN: 2332-0915
M. Jamil Hanifi
Die Gültigkeit, Wahrheit und der Wahrheitswert des Textes und Kontexts euroamerikanischer, insbesondere postmoderner angloamerikanischer Ethnographien Afghanistans werden selten hinterfragt. Eine systematische Untersuchung dieser Ethnographien zeigt, wie die anhaltende blinde Akzeptanz fehlerhafter, verzerrter, fehlinterpretierter und erfundener Informationen, gestützt durch die Autorität angeblicher „Feldarbeit“, sich in weit verbreiteten Paketen von Pseudowissen über die Völker und Kulturen dieses Landes reproduzierte. Verschiedene Grade und Formen dieser Recyclingtradition sind in praktisch allen postmodernen angloamerikanischen Ethnographien Afghanistans vorhanden. Einige Beispiele dieser sich reproduzierenden Tradition des Pseudowissens wurden anderswo untersucht. Dieser Aufsatz bietet eine kulturell fundierte Untersuchung eines erfundenen „paschtunischen Paares“, das in Fotografien aufbewahrt wird, die in einer postmodernen angloamerikanischen Ethnographie Afghanistans versteckt sind.