ISSN: 2155-6148
Daniela Godoroja, Massimiliano Sorbello, Dan Adrian Cioc
Hintergrund: Bei übergewichtigen Patienten, die sich einer bariatrischen Operation unterziehen, kommt es häufig zu nicht diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe (OSA). Wir haben zwei neue Scores entwickelt, um zu untersuchen, inwieweit anthropometrische und andere objektive Messungen genutzt werden können, um das Vorhandensein von mittelschwerer bis schwerer OSA (Apnoe/Hypopnoe-Index (AHI) ≥ 15/h) bei chirurgischen Patienten mit Übergewicht festzustellen.
Methoden: Wir haben 1870 erwachsene Patienten prospektiv untersucht, bei denen eine elektive laparoskopische bariatrische Operation geplant war. Vor der Operation wurden Body-Mass-Index (BMI), Geschlecht, Halsumfang, STOP-Bang-Score, SpO 2 und Hals-/Rumpffett erfasst. Es wurden grundlegende anthropometrische Messungen durchgeführt und der A Body Shape Index (ABSI) mithilfe der Krakauer-Formel berechnet. Patienten mit hohem OSA-Risiko wurden zur Polysomnographie überwiesen. Eine autotitrierte positive Atemwegsdrucktherapie (APAP) wurde bei einem AHI ≥ 15/h eingeleitet. Der Dual-X Ray-Obstructive Sleep Apnoea (DXOSA)-Score umfasste sechs Elemente: STOP-Bang-Score, BMI, Nackenfett, Rumpffett, Basis-SpO2 und exspiratorisches Reservevolumen (ERV). Der Anthropometric-OSA (A-OSA)-Score umfasste den STOP-Bang-Score, BMI, NC, ABSI gekoppelt mit WC, Basis-SpO2 und ERV. Anschließend verglichen wir bei diesen Patienten Sensitivität, Spezifität, positiv-prädiktive Werte, negativ-prädiktive Werte, Wahrscheinlichkeitsverhältnisse und Nachtestwahrscheinlichkeiten.
Ergebnisse: Bei einem Cut-off von 3 zeigten die DX-OSA- und A-OSA-Scores eine ähnliche Sensitivität wie die STOP-Bang-Scores, waren jedoch mit einer verbesserten Spezifität, weniger falsch-positiven Ergebnissen und einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Diagnose einer mittelschweren bis schweren OSA verbunden.
Schlussfolgerung: Die A-OSA- und DX-OSA-Werte können bei der Identifizierung adipöser chirurgischer Patienten hilfreich sein, die eine CPAP-Behandlung gegen signifikante OSA benötigen, ohne dass eine formale Polysomnographie erforderlich ist.