ISSN: 2161-0487
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Einige positive Psychologen behaupten, dass quantitative Forschung zu den wirksamsten Interventionen für das bewusste Streben nach Glück führt. Eine ähnliche Behauptung in der Psychotherapieforschung führte zu einem Misserfolg; 50 Jahre experimentelle Forschung haben die Ergebnisse der Psychotherapie nicht verbessert. In diesem Aufsatz wird argumentiert, dass die Explosion der Glücksstudien der letzten zwanzig Jahre die Effektstärken von Glücksinterventionen nicht verbessert hat. Die angebliche erkenntnistheoretische Überlegenheit positiver Psychologen hat nicht zu wirksameren Glücksratschlägen geführt. Dies sollte nicht als Aufforderung verstanden werden, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Wenn wir der aktuellen Argumentation in der Psychotherapieforschung folgen, können wir zu dem Schluss kommen, dass positive psychologische Forschung fehlgeleitete oder kontraproduktive Glücksratschläge korrigieren kann, aber keine endgültigen Antworten liefert. Es kommt auf die Individuen an, die ihre eigenen Entscheidungen auf der Grundlage einer persönlichen Lebensphilosophie treffen. Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass es bei Glücksinterventionen nicht nur darum gehen sollte, Fähigkeiten zu erwerben, um das affektive System in unserem Gehirn zu korrigieren, damit wir in der Lage sind, unsere Negativitätsvoreingenommenheit oder hedonistische Anpassung zu überwinden. Bei Interventionen sollte es auch darum gehen, unseren emotionalen Handlungstendenzen zu folgen; uns zu ermutigen, mehr von dem zu tun, was sich für uns richtig anfühlt, und zu vermeiden, was Schmerzen verursacht.