ISSN: 2161-0940
Srinivasa Rao Sirasanagandla, Bhagath Kumar Potu, Satheesha Nayak B und Kumar MR Bhat
Der vorliegende Fallbericht befasst sich mit dem Zufallsbefund einer Einklemmung der rechten Kniekehlengefäße durch einen abweichenden akzessorischen Bauch des medialen Kopfes des Gastrocnemius. Der akzessorische Kopf des Gastrocnemius entspringt an der Kniekehlenoberfläche des Femurs und ist mit dem medialen Kopf verbunden. Die Kniekehlengefäße verliefen zwischen dem medialen und dem akzessorischen Kopf des Gastrocnemius. Der akzessorische Kopf war recht groß und wurde von einem Ast des Nervus tibialis versorgt. Eine Kompression der Kniekehlengefäße führt in der Regel zu einem so genannten Poplitealgefäßeinklemmungssyndrom, einem seltenen klinischen Phänomen, das vorwiegend bei jungen Erwachsenen auftritt. Diese Anomalie kann Claudicatio intermittens, Aneurysmadilatation, Thromboembolie und schließlich eine die Gliedmaßen bedrohende Ischämie verursachen. Eine frühzeitige Erkennung und Diagnose ist wichtig, um chirurgische Eingriffe so gering wie möglich zu halten und Gefäßrekonstruktionen zu vermeiden. Kenntnisse über die seltenen anatomischen Varianten der Kniekehlengefäße sind für eine korrekte Diagnose und Behandlungsplanung hilfreich.