ISSN: 2155-6148
Gregory M. Jacobson, Corinne J. Law, Harriet Johnston, Mark Chaddock, Michal Kluger, Raymond TM Cursons und Jamie W. Sleigh
Ziele: Genetische Variationen tragen wesentlich zu postoperativen Schmerzen und damit zum Analgesiebedarf bei. Eine Beschreibung der potenziellen Vorhersagekraft genetischer Varianten bei Schmerzen sollte zu Verbesserungen der postoperativen Schmerzbehandlung führen. Wir wollten untersuchen, ob eine Reihe genetischer Varianten in schmerzbezogenen Genen irgendeinen Zusammenhang mit tatsächlichen Schmerzergebnissen in einer typischen chirurgischen Population aufweisen würde. Methoden: Eine Kandidatengenstudie wurde an 135 chirurgischen Patienten mit 12 DNA-Varianten (Einzelnukleotidpolymorphismen oder „SNPs“) in bekannten oder mutmaßlichen Schmerzpfadgenen durchgeführt, um Zusammenhänge mit postoperativen Schmerzen festzustellen – gemessen anhand eines verbalen Bewertungsscores (VRS) und der patientenkontrollierten Analgesie-Anwendungsrate (PCA). Es wurden standardmäßige PCR-basierte molekularbiologische Ansätze verwendet.
Ergebnisse: 20-24 Stunden nach der Operation hatten Patienten mit dem Variantenpaar 1032G/1032G für die Variante A1032G des Kaliumkanal-Gens KCNJ6 einen etwas höheren medianen VRS als Patienten mit den Paaren 1032A/1032A oder 1032A/1032G (p=0,04; dominantes genetisches Modell). Dieser kleine Unterschied war am deutlichsten bei den Patienten der orthopädischen Chirurgie zu erkennen, bei denen das Paar 1032G/1032G mit einem VRS (medianer (Interquartilbereich)) von 5 (4-6) gegenüber 3 (0,5-4) in den Gruppen 1032A/1032A oder 1032A/1032G assoziiert war. Bei PCA verwendeten Patienten mit 3435C/3435C- oder 3435C/3435T-Paaren für die ATP-abhängige Effluxpumpen-Genvariante ABCB1 C3435T PCA mit einer erheblich höheren Rate von 0,89 (0,07-1,66) mg.h-1 im Vergleich zu nur 0,11 (0-0,52) mg.h-1 für das 3435T/3435T-Paar (p=0,03; dominantes Modell). Eine signifikant höhere Nutzungsrate wurde auch für die Opioidrezeptor-OPRM1-Variante IVS2-691 mit einer Nutzung von 0,77 (0,01-1,56) mg.h-1 für die IVS2C/IVS2C- oder IVS2C/IVS2G-Gruppe gegenüber 0,24 (0-1,26) mg.h-1 in der IVS2G/IVS2G-Gruppe festgestellt (p=0,04; rezessives Modell).
Schlussfolgerung: Obwohl in dieser Studie einige signifikante statistische Zusammenhänge festgestellt wurden, scheint der potenzielle Nutzen der untersuchten DNA-Varianten bei der Vorhersage von postoperativen Schmerzen und des patientengesteuerten Bedarfs an Opioid-Analgesie derzeit recht begrenzt zu sein.