ISSN: 2155-6148
T. Yamashita und S. Shibuta
Die Moyamoya-Krankheit ist eine seltene zerebrovaskuläre Erkrankung, die durch eine beidseitige Stenose oder Okklusion von Arterien an der Hirnbasis und die Bildung eines anormalen Netzwerks von Kollateralgefäßen, sogenannten Moyamoya-Gefäßen, gekennzeichnet ist und mit Hirnblutungen und Infarkten in Verbindung steht. Es gibt bisher keine geeignete Methode für die Entbindung, Anästhesie und perioperative Behandlung von schwangeren Patientinnen mit Moyamoya-Krankheit. Wir berichten über 2 Fälle von schwangeren Patientinnen mit Moyamoya-Krankheit, die sich einem Notfallkaiserschnitt unter Vollnarkose unterzogen. Die postoperativen Verläufe waren unterschiedlich, was uns bei der Erstellung eines Protokolls für die Standardbehandlung dieser Krankheit helfen könnte. Fall 1: Bei einer 33-jährigen Erstgebärenden wurde im Alter von 4 Jahren Moyamoya-Krankheit diagnostiziert. Aufgrund eines frühen Blasensprungs wurde sie in der 37. Schwangerschaftswoche per Notfallkaiserschnitt unter Vollnarkose entbunden. Der perioperative Zeitraum verlief ereignislos. Die Patientin wurde ohne Verschlimmerung der neurologischen Symptome entlassen. Fall 2: Eine 35-jährige Mehrgebärende ohne Vorerkrankungen litt in der 30. Schwangerschaftswoche unter plötzlicher Übelkeit und Kopfschmerzen. Die Computertomographie des Gehirns zeigte eine intrakranielle Blutung und bei der Patientin wurde durch eine zerebrale Angiographie die Moyamoya-Krankheit diagnostiziert. Die Patientin erholte sich nach einer intraventrikulären Drainage, verlor jedoch in der 32. Schwangerschaftswoche aufgrund wiederholter Blutungen das Bewusstsein. Kurz darauf wurden unter Vollnarkose ein Kaiserschnitt, eine Aneurysmaentfernung, eine direkte Hämatomevakuierung und eine externe Dekompression durchgeführt. Der intrakraniale Druck stieg weiter an und die Patientin verstarb am neunten postoperativen Tag. Bei schwangeren Patientinnen mit Moyamoya-Krankheit ist während der Perinatalperiode eine sorgfältige Behandlung erforderlich, um den Zeitpunkt eines Notfallkaiserschnitts zu bestimmen, der die Prognose beeinflusst.